26.09.06 Gawler Ranges - GPS 32° 42,2' S 135° 32,2' E
Gecko bei den Organ Pipes
|
Gawler Ranges
Folgt man dem Eyre Highway von Ceduna aus etwa 160 km nach Südost, kommt man nach Minipa
,
einem kleinen Kaff im Nirgendwo. Nördlich davon liegen die Gawler Ranges, ein 165000 Hektar
großer Nationalpark, der sich bis zum Lake Gairdner, einem riesigen Salzsee erstreckt.
Die Gawler Ranges bestehen aus 1,5 Milliarden Jahre alten vulkanischen Hügeln, besitzen
einiges an seltener Flora und Fauna, und Bushcampen kann man dort auch. Das wollten wir uns
natürlich nicht entgehen lassen...
|
Pildappa Rock
Zunächst haben wir uns den Pildappa Rock angesehen. Dieser liegt nur etwa 15 km
nordöstlich von Minipa, und damit noch nicht im Nationalpark. Trotzdem ist es ein
schöner Platz für ein Picknick, oder auch für eine Übernachtung.
Der Fels ist ein 1,5 Milliarden Jahre alter Granit-Dom. An einigen Stellen war er
früher von Erde eingehüllt, und ist dort "nach innen" erodiert, so dass
eine konkave Oberfläche zurückblieb, als diese Erde verschwand. Dies läßt
den Fels teilweise wie eine eingefrorene Welle aussehen, ganz ähnlich wie der berühmte
"Wave Rock" in Westaustralien, der aber leider nicht auf unserer Route lag. Der Pildappa Rock
lässt sich auch leicht besteigen, und von dort oben hat man einen tollen Ausblick über
die Landschaft. Unser Picknick dort war ziemlich malerisch, denn der Picknick-Platz liegt
direkt vor dem Felsen, nur ein paar Meter vor der steinernen Welle.
|
Organ Pipes
Eine der größten Attraktionen in den Gawler Ranges sind die "Organ Pipes".
Hierbei handelt es sich um eine Formation aus einem speziellen Vulkan-Gestein: Rhyolite.
Tatsächlich sieht es wie eine gigantische Pfeifenorgel aus - wirklich beeindruckend.
Der Weg dorthin ist allerdings nicht ganz einfach: Wenn auch der Rundweg durch die Gawler
Ranges eine gut gewartete Gravel Road ist, die problemlos von Straßenautos bewältigt
werden kann, gilt der Track zu den Organ Pipes als "Strictly 4WD". Tatsächlich
ist er ziemlich steinig und besitzt einige ernstzunehmenden Steigungen sowie Auswaschungen.
Für unser Allrad-Gefährt keine wirkliche Herausforderung, aber mit einem
Straßenauto sollte man es nicht probieren.
Generell haben wir in den Gawler Ranges kaum ein Auto gesehen, und bei den Organ Pipes
war es halt noch etwas einsamer...
|
Waganny Campground
Wir haben dann zunächst mehrere Campgrounds im nördlichen Teil des Parks
abgeklappert, aber dort gab es nur steinige, steile Plätze, die sich kaum als
Zeltplatz erkennen ließen. Alle waren völlig leer. So sind wir dann noch
weiter gefahren, bis zum Waganny Campground im Osten des Parks. Diesen hatten wir zunächst
nicht in die engere Wahl gezogen, denn er liegt nur ein kleines Stück abseits des Rundwegs
und ist angeblich auch für Straßenautos geeignet. Da der Park aber so leer war,
schreckte uns die Aussicht auf einen Platz voller Caravans mit Satelliten-TV und lauten
Generatoren nicht mehr. So nahmen wir dann den Abzweig zum Waganny-Camp (klar beschildert) -
und waren uns dann nicht sicher, ob wir den Zeltplatz tatsächlich gefunden hatten:
Der Track zum "Waganny Campground" endete nach knapp 2 km einfach vor dem nächsten
steinigen Hügel (und wirklich einfach wäre dieser Weg für ein Straßenauto
wohl nicht). Dort gab es keine Schilder, keine Toiletten, einfach gar nichts
außer Natur. Nur ein paar verlassene, selbstgemachte Feuerstellen bestärkten
uns in dem Glauben, dass dies tatsächlich ein Zeltplatz sei. Dafür ist Zelten
hier aber auch wirklich billig: nur 4 AU$ pro Fahrzeug (allerdings zusätzlich 7 AU$
zum Betreten des Parks). Unnötig zu sagen, dass wir dort keinen Menschen angetroffen
haben.
War dann aber gar nicht so schlecht. Wir hatten auf dem Eyre Highway vorsorglich Holz
gesammelt, was sich als unnötig erwies, denn an den Feuerstellen in Waganny lag
noch reichlich Holz herum. Endlich - seit vielen Wochen wieder einmal ein Lagerfeuer!
Und so hatten wir eine wild-romantische Nacht in diesem
einsamen Bushcamp - allerdings ohne Toiletten ;-)
|
Der Inselberg
Am nächsten Tag sind wir dann dem Rundweg weiter gefolgt. Im Südosten,
schon fast an der Parkgrenze, findet sich der Mount Allalone. Wie der Name schon sagt,
steht dieser ziemlich alleine. Eine Hinweis-Tafel (natürlich in englischer Sprache)
erklärt, dass es sich beim Mount Allalone um einen "Inselberg" handele. Dieses
deutsche Wort scheint sich hier für einen "isolated hill" eingebürgert zu haben.
Auf die Herkunft des Worts wird aber hingewiesen: "German: Insel - Island, Berg - Mountain".
Immerhin hat der berühmte Entdecker E.J. Eyre diesen Berg schon 1839 bestiegen, um sich
einen Überblick über das Gelände zu verschaffen. Der Berg selbst besteht aus
einem Konglomerat, das sich vor rund 1,7 Milliarden Jahren gebildet hat, aus Steinen, die
noch älter sind.
|
Nach Kimba
Weiter nach Südosten verlässt man schließlich den Nationalpark Richtung
Kimba, was wieder am Eyre Highway liegt, aber der Weg dorthin ist auch recht interessant:
Die Gegend wechselt zwischen Buschland und Lehmpfannen mit ihrer Heidekrautartigen
Vegetation, es gibt viele exotische Kakadus und Papageien, und die Strasse ist
hügelig wie auf einer Achterbahn...
|
Kimba ist wieder ein typisches Kaff am Eyre Highway. Da in solchen Käffern
eigentlich nichts besonders ist, muss man sich etwas ausdenken. So verkündet eine
riesige Tafel am Highway, dass man jetzt "halfway across" sei, also irgendwie genau zwischen
der West- und der Ostküste Australiens. Sah mir aber eigentlich gar nicht so aus, ist
eher näher an der Ostküste - aber wie man das gerechnet hat, ist nirgendswo
angegeben.
Die andere "Attraktion" von Kimba ist der "Big Galah". Diese riesige Papageien-Statue steht
direkt am Highway, vor einem (extrem kitschigen) Souvenir-Laden. Sie besteht aus Blech,
Draht, Pappe und viel Farbe; aber was dieser Galah darstellen soll, haben wir nicht
herausgefunden - wahrscheinlich halt nur das Geschäft ankurbeln ;-)
Pink Lake vor Port Augusta
|
Port Augusta
Unser nächstes Ziel war Port Augusta, was am riesigen Spencer Gulf - und damit wieder
an der Küste - liegt. Auf dem Weg dorthin haben wir aber nochmal gestoppt, als
wir plötzlich diesen pinkfarbenen See am Highway liegen sahen. In Esperance gilt
der "Pink Lake"
als große Attraktion (zugegeben: er ist größer), aber
er war nicht Pink als wir da waren. Dieser hier war es, aber es gab keine Schilder,
nicht einmal einen Parkplatz. Trotzdem war es schön anzuschauen; wird wohl vom
gleichen Bakterium bewohnt...
Zurück auf dem Stuart Highway
|
Kurz vor Port Augusta kam sie dann, die Kreuzung
,
auf die wir schon gewartet hatten:
hier trifft der Eyre Highway auf den Stuart Highway, auf dem wir bei dieser Tour ja schon
einige 1000 km
gefahren sind - allerdings nicht auf diesem Stück, so weit südlich. Irgendwie
wären wir hier gerne links abgebogen, zurück in die warmen Northern Territories,
nach Alice Springs, und weiter nach Norden...
Hier noch ein paar Bilder aus den Gawler Ranges und Umgebung:
Andrea's Kommentar: Ja, die Gawler Ranges. Wir hatten ja schon manche Bush-Camps, aber zumindest ein
Plumpsklo gab es da immer. Nicht so hier. Selbst die Campgrounds ließen sich nur schwer als solche erkennen.
Da fragt man sich dann, meinen die jetzt "hier" dass wir campen sollen, oder doch nicht? Naja, nachdem
wir einige ausgeschilderte Plätze abgeklappert haben und nicht mehr als eine steinige Strasse, die dann
im Nirgendwo vor einem Hügel endete, gefunden hatten sind wir dann auf dem "Waganny"-Campground geblieben.
War wenigstens nicht so steinig. Und wenn es auch kein Klo gab - Büsche waren reichlich vorhanden :-).
Die Gawler Ranges werden auch in der überall erhältlichen Hochglanzbroschüre als unentdeckt
bschrieben und das sind sie wohl auch! Frag mich nur warum es dann eine mehrseitige Hochglanzbroschüre
darüber gibt? War auf jeden Fall wildromantisch!
Tja, kurz vor Port Augusta trifft man dann den guten alten Stuart Highway wieder. Wie gerne wären
wir dort nach Norden abgebogen um all die tollen Stellen noch mal zu sehen und einige andere, die wir
noch nicht gesehen hatten. Aber man muss ja noch was übrig lassen fürs nächste Mal, oder?
Pink Lakes gab es später noch öfter am Straßenrand und ohne besondere Kennzeichnung und
jeder "pinker" als der vorherige. Als wir dann mal an einem ganz normalen blauen See gecampt haben, kam
uns das schon fast komisch vor, bei all den vielen pinken und weißen Salzseen hier.